Die Entwicklung der Alpen

Einführung


Bei den Alpen handelt es sich um ein kleines (Ost-West-Erstreckung 900 km, Nord-Süd-Erstreckung 200 km), hohes (Mont Blanc 4807 m), junges (Tertiär) und kühles (kein Subduktionszonen-Magmatismus, geringer Kollisionszonen-Magmatismus, geringer geothermischer Gradient, Andalusit selten - dafür Disthen häufig) Gebirge. Es ist rasch (Obereozän bis Miozän) entstanden und komplex (Überschiebungen, Rückfalten, Seitenverschiebungen) aufgebaut.

Die Alpen können in paläogeographische Einheiten aus der Jura- und Kreidezeit unterteilt werden. Diese sind das Helvetikum, der ehemalige europäische Kontinentrand, das Penninikum, der ehemalige ozeanische Bereich zwischen Eurasien und Afrika, das Ostalpin, der ehemalige Rand der apulischen Platte und das Südalpin, der südliche Bereich vom Ostalpin, der während der Alpenbildung nur wenig Deformation erfuhr.

Die Alpenentwicklung läßt sich, wie folgt zusammenfassen (Trümpy 1998, Gebauer 1999, Stampfli 1996, Stampfli et al. 1998). Die Trias war durch Subsidenz bestimmt. Dadurch konnten mächtige siliziklastische und karbonatische Serien abgelagert werden. Der Unterjura und untere Mitteljura waren duch Rift-Ereignisse der alpinen Tethys geprägt. Ab dem mittleren Mitteljura öffnete sich der Piemont-Ligurische Ozean zeitgleich zur Atlantik-Öffnung. Bis in die Oberkreide wurde ozeanische Kruste gebildet. Zudem wurde der Hallstatt-Meliata Ozean bis zu Beginn der Kreide vollständig geschlossen. In der Oberkreide begann die erste Akkretion von kontinentaler ostalpiner Kruste und die Subduktion von ozeanischer penninischer Kruste. Das Alttertiär war geprägt durch Subduktionsvorgänge und der anschließenden Kollision des apulischen Indenters mit Europa im Oligozän und Miozän. Dies bewirkte Deckenstapelung, Metamorphose, Deformation und Magmatismus wie zum Beispiel die Intrusion des Bergell-Plutons.





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